finderlohn

heimlich an deinen
küssen vorbei und dem wein
balanciere ich eine wimper auf der zunge
als bastion gegen das aschenacht
schwarz und dein mund echo
raum meiner küsse
aus den angeln gehobene
nähe kein fremd
körper keine leer
stelle nur der geschmack
von aprikosen als finderlohn
so finde ich sie
immer wieder deine
wimper unversehrt auf
meiner zunge

lissabon am nachmittag

atlantiksalz und wie es die gemäuer zersetzt
aus fensterhöhlen stumpfsinnig
lugen tauben
die existenz der stadt
hier und jetzt zählt
als ihr aufbegehren
in moder und schwarzem schimmel
liegt die alfama
und dennoch im abstieg
streift mein blick
wildes grün
oben auf kollabierten dächern
zitternd im wind

herz schlag finale

man ist kein zauberer mehr
verrät man seine tricks
sagt sie
nun gut
es soll ja ihr geheimnis sein
nur
schlägt es schneller
denkst du
dann wird es
brechen

  • gegen morgen dann / der siegeszug der geometrie / das fluten der gassen mit licht
    (aus: finderlohn, weiße folter, s. 65)